Bei Basketballspielern wurden thermische Werte der unteren Extremitäten, Gleichgewichtsleistung und isokinetische Kraft im selben Untersuchungsprotokoll bewertet. Die Ergebnisse zeigten signifikante Zusammenhänge zwischen Kraft und thermischen Werten der Hamstrings sowie zwischen Gleichgewichtsparametern und thermischen Werten im Vastus lateralis und im Sprunggelenk.
Hauptautorin: Şeyda Besnili
Ziel der Studie
Basketball ist eine hochintensive Sportart, die gleichzeitig Schnelligkeit, Koordination, Gleichgewicht sowie aerobe und anaerobe Leistungsfähigkeit erfordert. Die unteren Extremitäten tragen einen großen Teil dieser Belastung und sind zugleich häufig von Verletzungen betroffen.
Untersucht wurden die statistischen Beziehungen zwischen:
- thermischen Temperaturwerten,
- isokinetischen Kraftwerten,
- dynamischen Gleichgewichtsmessungen.
Zentrale Aussage: Eine thermische Heatmap zeigt nicht nur Oberflächentemperaturen, sondern kann in bestimmten Muskel- und Gelenkregionen auch Muster widerspiegeln, die mit Kraft und Gleichgewicht zusammenhängen.
Teilnehmer und Datensatz
An der Studie nahmen 11 Basketballspieler teil. Der Datensatz umfasste:
| Messung | Inhalt |
|---|---|
| Thermische Temperatur | Mittlere und maximale Temperaturen der Flexor- und Extensormuskeln der unteren Extremitäten |
| Isokinetischer Test | Messwerte zur Muskelkraft |
| Gleichgewichtstest | Gesamtstabilität sowie anterior-posteriore und medio-laterale Stabilitätsindizes |
Die Daten wurden vor und nach dem Testablauf erhoben.
Untersuchungsablauf
Die Teilnehmer kamen ausgeruht ins Labor. Der Ablauf war:
1. Thermografie in Ruhe 2. Dynamischer Gleichgewichtstest 3. Isokinetischer Kniekrafttest 4. Erneute Thermografie nach dem Test
Die Hauptinterpretation basierte auf den Aufnahmen nach dem isokinetischen Test, da die Muskulatur zu diesem Zeitpunkt provoziert war.
Thermische Bildgebung
Für die Aufnahmen wurde eine FLIR T540-EST Wärmebildkamera verwendet. Die unteren Extremitäten wurden:
- bei konstanter Raumtemperatur,
- von vorne und hinten,
- aus 2 Metern Entfernung
aufgenommen.
Alle thermischen Auswertungen erfolgten mit der Software aivisiontech ai4sports. Die Software segmentierte die Muskelregionen und analysierte deren Temperaturwerte.
Isokinetischer Krafttest
Die Sportler absolvierten ein standardisiertes Aufwärmprogramm:
- 5 Minuten Aufwärmübungen,
- 15 Minuten Radfahren bei 30 % Widerstand.
Anschließend wurden Kniebeugung und Kniestreckung bei 90°/s und 180°/s gemessen. Spitzen- und Durchschnittsleistung beider Beine wurden aufgezeichnet.
Dynamischer Gleichgewichtstest
Das dynamische Gleichgewicht wurde mit dem Biodex Balance System gemessen. Die Sportler wurden einbeinig auf dem dominanten und nicht dominanten Bein getestet.
Drei Werte wurden erhoben:
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| OSI | Gesamtstabilitätsindex |
| APSI | Anterior-posteriorer Stabilitätsindex |
| MLSI | Medio-lateraler Stabilitätsindex |
Zentrale Ergebnisse
Hamstringkraft und thermische Werte
Zwischen den maximalen isokinetischen Werten der rechten und linken Flexoren und der maximalen thermischen Temperatur wurde eine signifikante Pearson-Korrelation gefunden:
- r = 0,74
- p = 0,02
Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass die Hamstringgruppe bei thermischen Untersuchungen von Basketballspielern besonders berücksichtigt werden sollte.
Vastus lateralis und Gleichgewicht
Zwischen der mittleren Temperatur des Vastus lateralis und den Gleichgewichtsparametern wurden signifikante negative Zusammenhänge festgestellt.
| Gleichgewichtsparameter | Spearman | p | Pearson | p |
|---|---|---|---|---|
| OSI | −0,80 | 0,009 | −0,66 | 0,05 |
| APSI | −0,75 | 0,01 | −0,71 | 0,03 |
Die MLSI-Werte näherten sich der Signifikanz, erreichten sie jedoch nicht.
Sprunggelenk und Gleichgewicht
Zwischen der mittleren Temperatur im Sprunggelenk und dem Gesamtstabilitätsindex wurde eine signifikante Spearman-Korrelation gefunden:
- r = 0,73
- p = 0,02
Die Beziehungen zu APSI und MLSI waren nicht statistisch signifikant.
Bereiche ohne signifikante Zusammenhänge
Keine signifikanten Zusammenhänge wurden gefunden zwischen:
- isokinetischen Flexor-/Extensorverhältnissen und Gleichgewichtswerten,
- isokinetischen und thermischen Extensorverhältnissen,
- vielen weiteren Muskelregionen und Gleichgewichtsparametern.
Die beobachteten Zusammenhänge konzentrierten sich somit auf bestimmte anatomische Regionen.
Interpretation
Der Zusammenhang zwischen Hamstringkraft und thermischer Temperatur deutet darauf hin, dass basketballspezifische Belastungen die thermischen Muster dieser Muskelgruppe beeinflussen können.
Die Ergebnisse für Vastus lateralis und Sprunggelenk zeigen, dass thermische Heatmaps möglicherweise nicht nur Kraft, sondern auch äußeren Stress und adaptive Belastung während Gleichgewichtsaufgaben widerspiegeln.
Klinischer Hinweis: Die thermische Analyse kann die gemeinsame Bewertung von Hamstrings, Vastus lateralis und Sprunggelenk bei der Beurteilung von Belastungsmustern und Verletzungsrisiken im Basketball unterstützen.
Einschränkung
Die Studie umfasste nur 11 Sportler. Die Autoren weisen daher darauf hin, dass die Ergebnisse in größeren Stichproben bestätigt werden müssen.
Fazit
Bei Basketballspielern wurde die thermische Heatmap sowohl durch Kraft- als auch durch Gleichgewichtsparameter beeinflusst. Signifikante Beziehungen bestanden zwischen isokinetischer Kraft und thermischen Hamstringwerten sowie zwischen Gleichgewichtsmessungen und thermischen Befunden im Vastus lateralis und im Sprunggelenk.
Die Ergebnisse sprechen dafür, Thermografie als unterstützendes Instrument zur Bewertung von Verletzungsmechanismen, Verletzungsrisiko und Trainingsstress einzusetzen.